Klarheit, die du bauen kannst
Am 21. Mai öffnete das Gründerzentrum Grafing seine Türen — im Rahmen der bayernweiten Gründungstage. Unter einem Dach arbeiten hier die Projekte ZamStarten und ZamWirken an einer gemeinsamen Frage:
Wie wird aus einer guten Idee ein tragfähiges Unternehmen?
Wer zwischen 16 und 17 Uhr vorbeikam, konnte sich die Räume ansehen und mit den Menschen ins Gespräch kommen, die hier täglich an Gründungsthemen arbeiten.
Die Besucher:innen brachten unterschiedliche Anliegen mit. Manche wollten sich erst einmal informieren, andere stecken bereits mitten in der eigenen Gründung. Aus solchen Begegnungen entstehen selten sofort fertige Projekte — aber oft erste Kontakte, die später weiterwachsen. Genau dafür ist ein offener Nachmittag da: sichtbar werden, ansprechbar sein, Anknüpfungspunkte schaffen.
Acht Menschen, ein Tisch voller Lego
Ab 17 Uhr wurde es konkret. Facilitatorin Nadine Mollien leitete einen Workshop mit der Methode LEGO® Serious Play®. Acht Teilnehmende saßen am Tisch — eine bewusst gemischte Runde: Jugendliche um die 18 vom Gymnasium, die selbst schon gegründet haben und sich für Wirtschaft und Unternehmertum interessieren, einige Aktive aus dem Gründerzentrum und weitere Interessierte.
LEGO® Serious Play® klingt zunächst nach Spielerei, ist aber eine ernsthafte Moderationsmethode. Statt lange über abstrakte Fragen zu diskutieren, bauen die Teilnehmenden ihre Gedanken mit LEGO®-Steinen — ein Geschäftsmodell, eine Herausforderung, eine Vision. Was im Kopf diffus bleibt, bekommt auf dem Tisch eine Form, über die sich sprechen lässt.
Der Effekt war im Workshop gut zu beobachten: Themen, für die sonst viele Worte und lange Diskussionsrunden nötig wären, wurden in wenigen Minuten plakativ sichtbar. Klarheit, die du bauen kannst — im Wortsinn.
Vom geplanten Impuls zum echten Austausch
Zum Abschluss kam ein FH-Professor vorbei, der mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) arbeitet und darüber lehrt. Geplant war an dieser Stelle ein kurzer fachlicher Impuls zu den SDGs. Daraus wurde ein persönliches Gespräch — und damit genau die Art von Begegnung, für die so ein Nachmittag da ist. Programm lässt sich planen; die guten Anschlüsse ergeben sich oft nebenbei.
Warum solche Formate zu ZamWirken & ZamStarten gehören?
Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum entsteht nicht am Schreibtisch allein. Es braucht Räume, in denen Menschen mit Ideen auf Menschen mit Erfahrung treffen — und auf Methoden, die das Denken voranbringen. Ein offener Nachmittag mit Workshop ist dafür ein kleiner, aber wirksamer Baustein: niedrigschwellig, konkret, regional verankert.
Wer eine gemeinwohlorientierte Idee mit sich trägt und nicht recht weiß, wie der nächste Schritt aussieht, ist im Gründerzentrum Grafing an der richtigen Adresse. Das Erstgespräch ist unverbindlich — und oft der beste Weg, aus einem Gedanken etwas Greifbares zu machen.